Notes of Escape - die Serie tief aus meinem Inneren
Manche Songs treffen genau auf das, was man gerade versucht, irgendwie unter Kontrolle zu halten.
So ist „Notes of Escape“ entstanden.Musik löst bei mir oft Bilder aus. Nicht als fertige Szene und auch nicht so, dass ich einen Song höre und sofort weiß, was ich malen will. Meist kommt erst ein Gefühl. Dann einzelne Bilder. Eine Figur, ein Raum, eine Bewegung, manchmal nur eine bestimmte Haltung. Und irgendwann merke ich, dass da etwas drinsteckt, das schon länger arbeitet.Oft sind es genau diese unangenehmen Zwischenphasen. Wenn man merkt, dass etwas nicht mehr passt, aber noch nicht weiß, was daraus werden soll. Wenn man festhält, obwohl man längst spürt, dass man sich entfernt. Wenn man sich nach etwas sehnt und gleichzeitig Angst davor hat, was passieren würde, wenn man dieser Sehnsucht wirklich folgt.Manchmal ist es Klarheit, die man noch nicht gebrauchen kann. Manchmal ist es das Gegenteil. Man weiß nur, dass irgendetwas nicht stimmt.Man funktioniert trotzdem weiter. Man geht zur Arbeit, beantwortet Nachrichten, räumt die Küche auf, trifft Menschen, erledigt Dinge. Von außen sieht vieles ziemlich normal aus. Und innen läuft längst eine andere Geschichte.Genau diese Zustände landen in meinen Bildern.
Das Zögern vor einer Entscheidung. Das Bedürfnis, endlich weiterzugehen, und gleichzeitig die Angst, damit etwas unwiderruflich zu verändern. Nähe, die man will und plötzlich nicht mehr aushält. Distanz, die schützt und gleichzeitig weh tut. Das Gefühl, sich selbst irgendwo zwischen Erwartungen, Vernunft und dem eigenen Wunsch verloren zu haben. Oder dieser Moment, in dem man zum ersten Mal merkt, dass man nicht mehr zurück in das alte Gefühl kommt, auch wenn äußerlich noch überhaupt nichts passiert ist.
Mich interessiert nicht der Punkt, an dem alles geklärt ist. Ich male nicht den Neuanfang mit sauberer Aussicht nach vorne. Ich male auch nicht die fertige Erkenntnis, die man später rückblickend gut erklären kann. Mich interessiert das Stück davor.
Das, in dem man noch keine Antwort hat. In dem zwei widersprüchliche Dinge gleichzeitig wahr sein können. In dem man etwas will und nicht will. In dem man gehen möchte und bleibt. In dem man sich nach Freiheit sehnt und gleichzeitig genau weiß, was sie kosten könnte.
Deshalb wirken viele Figuren in „Notes of Escape“ ruhig, obwohl im Bild eigentlich ziemlich viel passiert.
Sie stehen vor Türen, über Wasser, auf Schwellen oder irgendwo zwischen zwei möglichen Bewegungen. Manche schauen, als hätten sie längst etwas verstanden. Andere hängen noch mitten in der Frage. Manche halten sich fest. Manche sind schon unterwegs. Und manchmal ist gar nicht klar, ob eine Bewegung nach vorne wirklich Befreiung bedeutet oder nur der nächste Versuch, mit der Unsicherheit fertigzuwerden.
Die Songs sind dabei der Auslöser, aber nicht das Thema. Ich illustriere keine Liedtexte. Mich interessiert nicht, ob ein Symbol möglichst schlau zu einer Textzeile passt. Ein Song öffnet eher eine Tür zu etwas, das sowieso schon da ist. Manchmal ist das Sehnsucht. Manchmal Wut. Manchmal ein Drang, aus etwas herauszukommen. Manchmal das genaue Gegenteil: der Wunsch, noch nicht entscheiden zu müssen.
Und manchmal trifft ein Lied einen Zustand, den ich vorher selbst nicht hätte benennen können. Dann beginnt das Bild. Vielleicht ist genau das auch der Grund, warum „Notes of Escape“ keine abgeschlossene Serie sein kann. Diese Zustände sind nicht irgendwann erledigt.
Man kommt nicht einmal im Leben an einen Übergang, löst ihn und ist danach fertig damit. Sie tauchen wieder auf. Anders. In anderen Beziehungen, anderen Lebensphasen, anderen Entscheidungen. Was sich einmal nach Angst angefühlt hat, kann später wie Sehnsucht aussehen. Was einmal nach Freiheit aussah, kann plötzlich Verlust bedeuten. Und manchmal merkt man erst Jahre später, dass man längst wieder in so einem Dazwischen steckt.
Auch die Musik verändert sich dabei mit. Ein Song, der heute kaum etwas mit mir macht, kann mich ein Jahr später an einer völlig anderen Stelle treffen. Ein anderer bleibt hängen, weil er plötzlich etwas ausspricht, das ich selbst noch erfolgreich umgangen habe. Und manchmal entsteht aus genau diesem einen Moment ein Bild, das ich so vorher nicht hätte planen können.
Deshalb wächst die Serie weiter. Nicht nach einem festen Plan. Nicht mit einer bestimmten Anzahl an Werken. Und auch nicht mit dem Ziel, irgendwann alle möglichen Übergänge abgearbeitet zu haben. Das wäre ohnehin Quatsch. Es geht darum, diese Zustände immer wieder festzuhalten, wenn sie auftauchen. Nicht um sie zu lösen, sondern um ihnen eine Form zu geben, solange sie noch widersprüchlich sind.
Für mich liegt darin auch der Punkt, an dem die Werke sich von meiner eigenen Geschichte lösen.
Du musst den Song nicht kennen. Du musst nicht wissen, was bei mir passiert ist, als das Bild entstanden ist. Vielleicht bleibt dein Blick trotzdem an einer Figur hängen, weil du genau diese Art von Stillstand kennst. Vielleicht kennst du das Gefühl, längst etwas zu wissen und trotzdem noch nicht handeln zu können. Vielleicht hast du selbst schon erlebt, wie anstrengend es ist, nach außen klar zu wirken, während innen noch überhaupt nichts klar ist.
Dann funktioniert das Bild auch ohne meine Geschichte.
„Notes of Escape“ heißt für mich deshalb nicht, vor dem Leben wegzulaufen.
Eher im Gegenteil.
Es geht um die Momente, in denen das Funktionieren kurz nicht mehr reicht. In denen etwas durchkommt, das man lange genug übergangen hat. Ein Wunsch. Eine Wahrheit. Eine Angst. Eine Richtung. Oder einfach nur das Gefühl, dass man sich selbst irgendwo auf dem Weg wieder ernster nehmen muss.
Die Serie existiert, weil diese Momente nicht verschwinden. Sie verändern nur ihre Form. Und solange sie wiederkommen, werden daraus wahrscheinlich auch neue Bilder entstehen.
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Künstlerische Übersetzung
„Notes of Escape“ ist aus Liedern, inneren Bildern und Zwischenzuständen entstanden.
Wenn es einen Song gibt, der für dich etwas öffnet, das sich nicht einfach aussprechen lässt, kann daraus eine künstlerische Übersetzung entstehen. Nicht als wörtliche Umsetzung, sondern als freies Werk, das den Zustand hinter dem Lied sichtbar macht.
Wenn du möchtest, dass ich deinen Song und den damit verbundenen inneren Moment in ein Bild übertrage, kannst du mir gern eine Anfrage schicken.